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Messekommunikation

Berühr‘ mich!

Messen sind Touchpoints: Schnittstellen also, an dem eine Marke, ein Unternehmen, ein Produkt mit einem Kunden in Kontakt kommt. Mehr noch. Es sind Berührungspunkte, an denen eine Beziehung entsteht oder vertieft wird.

Ob Messen als Touchpoints auch in crossmedialen Zeiten attraktiv bleiben, darüber werden in mehr als naher Zukunft die Kunden/die Besucher mit den Füßen entscheiden. Betrachtet man zum Beispiel die IAA, wird deutlich, wie sehr Messen als Touchpoints im Umbruch stecken: Lockte die Autoschau 2017 noch 810.000 Besucher in die Messehallen – 2015 sogar noch 932.000 Menschen – waren es 2019 etwa 560.000 Besucher. Die Zahl der Aussteller schrumpfte von tausend auf 838.

Was also tun?

Die Kommunikation rund um eine Messe sollte sich stärker als bisher am Besucher und vor allem am „Customers Journey“ orientieren. Sie sollte den Kunden in allen Phasen seines Kaufs aktiv begleiten, von dem Moment, in dem er auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam wird, bis zum Kauf. Bei der Konzeption von Messen sollten die Veranstalter diesen „Customers Journey“ viel stärker als bisher mitdenken. Schließlich sind Messen nur ein Touchpoint auf der Kundenreise, der Messeauftritt nur ein Baustein im crossmedialen Kommunikationsmix.

Veranstalter von großen, seit langem etablierten Messen tun sich bei Innovationen fatalerweise etwas schwer. Junge Messen, Foren und Konferenzen mit digitalem oder Event-Charakter sind hier weiter. Sie haben eher den Mut, innovative Formate auszuprobieren und treffen den Nerv der Zeit. Sie kreieren einen pulsierenden Mix von digitalen und analogen Erlebnissen, ansprechende Live-Events, eine ebenso kompetente und professionelle, wie individuelle und persönliche Kontaktaufnahme. Für manche Branchen sind klassische Messeformate ohne Frage weiterhin sinnvoll. Sich mit neuen Kommunikationsformaten wie Onlinekonferenzen, Thought Leadership Events, Roadshows, Showrooms, virtuellen Messen, Live-Chats als Touchpoints zu beschäftigen, bringt in jedem Fall neue Impulse.

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Messekommunikation

Fachmessen müssen sich messen lassen

Für Unternehmen ist eine Messeteilnahme eine sinnvolle Investition in Marke und Zielgruppe. Vor allem, wenn man bedenkt, dass auf Fachmessen in der Regel etwa die Hälfte des Publikums aus Fachbesuchern besteht: Kunden und solche, die es werden sollen, Branchenkenner, Geschäftspartner, Fachjournalisten. Die maßgeblichen Ziele einer Messebeteiligung sind nach wie vor die Kontaktpflege mit Stammkunden, das Gewinnen von Neukunden und die Steigerung der Bekanntheit des eigenen Unternehmens. Außerdem werden Messen als Recruitment-Plattformen immer wichtiger. Eine gute Fachmesse unterstützt die Aussteller dabei, diese Ziele und ihre Zielgruppe zu erreichen. Sie hilft Erlebnisse zu schaffen, die nachhaltig wirken.

Ein Messeauftritt auf einer Fachmesse ist heutzutage weit mehr als ein Stand mit Theke, Besprechungstisch, Elektro- und Wasseranschluss. In digitalen Zeiten sind die Erwartungen der Besucher hoch. Sie schätzen einerseits weiterhin das persönliche Gespräch und möchten andererseits das ganze Programm an Kommunikationsmöglichkeiten rund um die Messe digital zur Verfügung haben. Die Voraussetzungen hierfür sollte der Veranstalter schaffen. Dies gilt im Übrigen nicht nur für den nationalen oder europäischen Markt, sondern weltweit. Aus diesem Grund ist es als Aussteller wichtig, bereits vor Messen von den jeweiligen Veranstaltern Informationen zu erhalten, wie eine Fachmesse in den Zielmärkten für die eigene Marke genutzt werden kann.

Kommunikation und Vernetzung auf allen Ebenen, digital wie analog, ist das Gebot der Stunde. Die Veranstalter von Fachmessen tun gut daran, auf diese Wünsche der Aussteller und Besucher zu reagieren. Ticketregistrierung auch auf der Webseite des Ausstellers – etwa um mehr über die Messebesucher am Stand zu erfahren -, ist da nur eine der möglichen Neuerungen. Digitale Kampagnen, die sich am Customers Journey orientieren und die vor, während und nach der Messe greifen, eine zweite. Die Nachbereitung einer Fachmesse mit effizienter Erfassung und Analyse relevanter Erkenntnisse – alles unter Wahrung des Datenschutzes -, eine dritte. Der Einbindung von Social Media in das Kommunikationskonzept des Veranstalters dürfte inzwischen bei den meisten Messen eine angemessene Rolle zukommen.

Haben Besucher vor, während oder nach einer Fachmesse Fragen zu einem Aussteller und dessen Produkten, muss der jeweilige Veranstalter dafür Sorge tragen, dass diese Anfragen kompetent, serviceorientiert und zufriedenstellend beantwortet werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass ein Aussteller einen potentiellen Kunden gar nicht erst erreicht und damit ein Lead verloren geht. Die Zahl der Aussteller, die digitale Tools für Leadmanagement und Matchmaking nutzen, nimmt zu. Besonders, wenn Messeauftritt und Messekommunikation komplex konzipiert sind. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, einen potentiellen Lead digital zu erfassen und nach der Messe nach bestimmten, vorab definierten Kriterien zu überprüfen. Das handschriftliche Ausfüllen von Kontaktformularen auf einer Fachmesse gehört damit der Vergangenheit an. Die kompetenten Mitarbeiter am Stand können sich damit ganz auf ihre Besucher, Marketing und Vertrieb bei der Nachbereitung der Messe ganz auf ihre Kernaufgabe konzentrieren.

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Messen

Messe 4.0

Die Zukunft ist crossmedial. Das gilt auch für Messen. Waren sie früher in erster Linie Handelsplätze, um Kunden mit Herstellern zusammenzubringen, neue Produkte und Waren vorzustellen, sind sie heute nur ein Baustein in einem vielgestaltigen crossmedialen Mosaik. Kein Wunder also, dass die Aussteller mehr über die Besucher wissen sollten: Wer kommt überhaupt zur Messe? Welchem Verantwortungsbereich eines Unternehmens sind sie zuzuordnen, Marketing, Vertrieb, Einkauf, Geschäftsführung? Was erwarten sie von einer Messe? Mit Hilfe dieser durch gute Recherche erlangten Informationen kann erarbeitet werden, welche Ziele mit einer Messeteilnahme verfolgt werden. Und der Messeauftritt kann optimal auf messbare Ziele hin konzipiert werden.

Besucher möchten auf einer Messe auf angenehme Weise einen umfänglichen, möglichst vollständigen Überblick über ihren Markt erhalten. Eine Messe, die genau dieses Bedürfnis nicht länger erfüllt, ist die IAA. Die ehemals führende europäische Automobilmesse wird für viele Besucher seit Jahren unattraktiver. Immer mehr Autobauer bleiben fern. Damit bildet die IAA das Marktbild nur noch unvollständig ab. Besucher bleiben aus. Ein Teufelskreis. Zu durchbrechen ist er, wenn die Veranstalter rechtzeitig umdenken und sich zeitgemäß definieren. Mit Blick auf die IAA heißt das: Weg von der Konzentration auf den Verbrennungsmotor, hin zum großen Thema „Mobilität der Zukunft“.

Anders als in der guten alten Zeit kommen die Besucher heute gut informiert auf eine Messe. Hier möchten sie ihr Wissen vertiefen, ihre digital gewonnenen Erkenntnisse mit der Realität abgleichen, neue Impulse und den bereits angesprochenen Marktüberblick bekommen. Sie möchten mit kompetenten Ansprechpartnern in den Dialog treten, sinnvolle Begegnungen erleben und dabei ihr eigenes Netzwerk ausbauen. Es geht also um Content UND Networking.

Messeveranstaltern sollten danach streben, all diese Strömungen zu erkennen, die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen in den Fokus nehmen und sich neuen, zukunftsträchtigen Veranstaltungsformen zuwenden. Sie müssen Impulse setzen, Entwicklungen der Branchen antizipieren und diese abbilden. Messegesellschaften und Organisatoren wiederum sollten ihre Prozesse abteilungsübergreifend betrachten. Wo Silodenken, Herrenwissen und Bürokratie, fehlende Eigenverantwortung und mangelnde Entscheidungsfreude und nicht zuletzt Angst vor digitalen Werkzeugen vorherrschen, wird der Fortschritt konterkariert.
Werden die Grenzen zwischen digitaler und dinglicher Welt durchlässig, müssen auch Messen sich weiterentwickeln. Am besten schnell. Veranstalter und Betreiber brauchen frische Ideen und Konzepte, aber vor allem Services, die über die reine Vermietung von Quadratmetern hinausgehen. Sie müssen den Branchen und ihren jeweiligen Zielgruppen gerecht werden. Und dürfen die zunehmende Bedeutung des Digitalen nicht aus den Augen verlieren.

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Messen

Im Gespräch: Die Frankfurter Buchmesse wird barrierefrei

Mit 7.500 Ausstellern und jährlich mehr als 285.000 Besucherinnen und Besuchern an fünf Messetagen ist die Frankfurter Buchmesse regelrecht eine kleine Stadt auf Zeit. Messestände, Wege, Stufen, Rolltreppen, Aufzüge, Veranstaltungsräume. 4.000 Events drinnen und draußen. Alles gut geplant und ausgeschildert. Doch auch Gutes kann noch verbessert werden. Bei einem Projekt der Frankfurter Buchmesse in Kooperation mit der Forschungsgruppe Urban Health Games der Technischen Universität Darmstadt wurde in der Zeit von Oktober 2017 bis März 2019 untersucht, wie die Zugänglichkeit der Messe für alle Besucherinnen und Besucher weiter optimiert und damit auch die Aufenthaltsqualität auf der Messe verbessert werden kann. Als Fokusgruppen wurden hier insbesondere Personen mit Mobilitäts- und Seheinschränkungen sowie Familien, die mit ihren Kindern die Buchmesse besuchen, bei sogenannten Interviewspaziergängen über die Messe begleitet. Zudem wurden weitere Erkenntnisse durch Befragungen von Messebesuchern gewonnen. Ideen und Konzepte für die räumliche Ausgestaltung zukünftiger Messen lieferten neben den Vorschlägen der Forschungsgruppe auch Entwürfe von Studierenden der TU Darmstadt.

Wir finden das Projekt ganz ausgezeichnet und wollten mehr darüber erfahren. Also haben wir Gabi Rauch-Kneer, Geschäftsleitung Messemanagement der Frankfurter Buchmesse, dazu befragt.

1. Frau Rauch-Kneer, warum hat die Buchmesse sich des Themas Barrierefreiheit überhaupt angenommen?

Die Frankfurter Buchmesse ist die internationale Leitmesse für Inhalte, für Geschichten, und ein kulturelles Großevent. Der Spagat zwischen Fachmesse und Publikumsevent gelingt immer wieder sehr gut, aber mit der großen Zahl an Messebesuchern werden die beim Publikum besonders beliebten Hallen am Wochenende sehr voll. Selbst für Kulturbegeisterte ohne körperliche Einschränkungen kann es hier herausfordernd sein, zu einer bestimmten Veranstaltung mit dem Lieblingsautor zu kommen. Kaum auszudenken, was dies für Besucherinnen und Besucher bedeutet, die im Rollstuhl unterwegs sind. Für blinde Menschen war die Buchmesse in der Vergangenheit nur schwer zugänglich. Familien mit Kindern – unser Lesenachwuchs –, haben es zudem nicht immer leicht, mit ihren Kinderwagen durch die Gänge zu kommen, viele Besucherinnen und Besucher möchten sich verständlicherweise im Messetrubel auch einmal kurz hinsetzen und ausruhen. Uns ist es wichtig, die Buchmesse möglichst barrierearm zu gestalten, um allen Kulturbegeisterten die Möglichkeit zu geben, die Buchmesse zu besuchen und den Aufenthalt dort zu genießen; deshalb sind wir dieses Thema angegangen.

2. Im vergangenen Jahr hat die Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit der Forschungsgruppe der TU Darmstadt einen Stand präsentiert, an dem die bisherigen Ergebnisse des Projekts vorgestellt wurden. Der Stand war natürlich barrierefrei, dazu gehörte ein ebenfalls barrierefreies Café mit niedriger Theke, unterfahrbaren Tischen, Stellplätzen für Kinderwagen. Vor Ort stand ein Rollstuhl, mit dessen Hilfe Besucherinnen und Besucher sich in die Situation eines Rollstuhlfahrers während eines Messebesuchs versetzen konnten. Auch gab es ein Tastmodell, das aufzeigte, wie eine blinde Person sich auf dem Messegelände zurechtfindet. Welche Erkenntnisse konnten Sie gewinnen?

Zunächst einmal waren wir alle sehr positiv überrascht, wie viele Besucherinnen und Besucher sich die Zeit genommen haben, den Stand zu erkunden und an der dort durchgeführten Umfrage teilzunehmen. Das zeigt sehr gut, wie wichtig das Thema ist, und hat uns darin bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Die Auswertung der rund 500 Fragebögen ergab, dass vor allem die großzügige Gestaltung der Bewegungsflächen am Stand, die an die DIN-Norm für Rollstuhlfahrer angepasst und durch flexibles Mobiliar verstärkt wurde, als sehr angenehm empfunden wurde: Rund 85 % der befragten Besucherinnen und Besucher bewerteten die Bewegungsfläche als gut oder sehr gut. Aber auch weitere Faktoren wie Zugänglichkeit des Cafés und Lesbarkeit der Inhalte wurden von mehr als 50 % der Befragten positiv bewertet. Bezüglich Lesbarkeit kamen einige mittelmäßige Bewertungen hinzu, weil die Schriftgröße nur für die Überschriften so gewählt wurde, dass diese auch vom Gang aus lesbar waren. Fließtexte waren entsprechend kleiner, was vor allem von Eltern mit Kinderwägen bemängelt wurde, die sich gern schon vom Gang aus genauer informiert hätten. Die Berücksichtigung von unterschiedlichen Augen- und Greifhöhen aller Besucherinnen und Besucher bei der Präsentation von Informationen war zudem sehr erfolgreich.

Zusätzlich haben wir in der Umgebung des Standes mit den Gangbreiten zwischen den Messeständen experimentiert und auch hierzu unsere Besucherinnen und Besucher befragt. Die Mehrheit empfand einen fünf Meter breiten Gang am angenehmsten – und das nicht nur am publikumsstarken Wochenende. Als ich selbst an den Stand kam habe ich auch sofort die Offenheit, die angenehme Zurückhaltung der Farbgebung und das Raumgefühl gespürt und dachte spontan: „Hier steht der Mensch im Mittelpunkt!“ Inmitten des Messetrubels einen Ort zu finden, der dazu einlädt, die Inhalte des Standes in Ruhe aufzunehmen und in ein intensives Gespräch zu gehen, war einfach schön und sehr ermutigend für unsere weitere Arbeit an dem Projekt.


3. Wie geht die Frankfurter Buchmesse, wie gehen Sie mit den Ergebnissen und Erkenntnissen des Forschungsprojekts um? Welche Maßnahmen werden umgesetzt?

Uns ist bewusst, dass wir uns auf einen längeren Weg gemacht haben, um die Frankfurter Buchmesse möglichst barrierearm zu gestalten. Das Forschungsprojekt mit der TU Darmstadt stellt hier nur eine Station dar. Wir hoffen, dass wir von Jahr zu Jahr mehr und mehr Maßnahmen umsetzen können, um die Aufenthalts- und Begegnungsqualität auf der Messe für unsere Besucher weiter zu steigern. Uns ist zudem wichtig, die gewonnenen Erkenntnisse auch mit der Messe Frankfurt und unseren Ausstellern zu teilen. Oft sind es einfach und kostengünstig umzusetzende Maßnahmen, wie z.B. die erwähnte Schriftgröße, die den Aufenthalt auf dem Messegelände und am Messestand für die Besucher gleich viel angenehmer gestalten.
Ganz konkret hat die Forschungsgruppe der TU vier Handlungsfelder ausgemacht, die unabhängig voneinander bearbeitet werden können und an denen wir uns orientieren.

Das erste Handlungsfeld bezieht sich auf eine direkte Wegeführung zwischen den Hallen, die sich bisher auf eine Durchgangsebene – die sogenannte Via – konzentriert hat. Tatsächlich finden im Rahmen der Buchmesse aber viele Veranstaltungen auf der Freifläche in der Mitte der Hallen, der Agora, statt. Von diesem zentralen Ort aus kann sich der Besucher bestens über eine zusätzliche Wegeführung auf der ebenerdigen 0-Ebene orientieren. Daher haben wir im letzten Jahr einen neuen Durchgang geschaffen, der ebenerdig vom Eingang City zur Agora führt, so dass unsere Besucherinnen und Besucher auf kürzestem Wege in alle Hallen finden.

Das zweite Handlungsfeld „Leitsystem 2.0“ sind wir ebenfalls schon angegangen. Auch hier ist geplant, stetig Verbesserungen umzusetzen: Bereits auf der Buchmesse 2018 haben wir Schilder und Pläne auf dem Messegelände übersichtlicher gestaltet, indem wir Doppelungen entfernt sowie Information hierarchisiert und dem jeweiligen Standort entsprechend reduziert haben. So konnte auch die Schrift auf den Schildern vergrößert und damit die Lesbarkeit verbessert werden. Mit unserem Website-Relaunch im letzten Jahr haben wir die Informationen, die wir online unseren Besuchern zur Verfügung stellen, deutlich übersichtlicher und barrierearmer gestaltet. Einige Seiten und Formulare haben wir hierfür von der Deutschen Blindenstudienanstalt (blista) auf Barrierefreiheit testen lassen.

Durch den Umbau auf dem Messegelände werden 2020 viele Ausstellerstände in neue Hallenbereiche umziehen. Dies gibt uns die Chance, tiefer in Hallenlayouts einzugreifen als das in gewachsenen Strukturen bisher möglich war, um dabei das Handlungsfeld „Raumkompetenz“ in die neuen Planungen einzubeziehen. In diesem Rahmen werden alle Hallenebenen mit einem großzügigen Eingangsbereich ausgestattet, damit ankommende Besucher sich zunächst orientieren können. Durch einen umlaufenden Gang, der zusätzlich durch einen roten Teppich gekennzeichnet sein wird, verteilt sich der Besucherstrom gleich weiter in die Tiefe der Hallen. Zu einer besseren Verteilung der Besucherströme tragen auch breitere, vertikale Gänge für besonders stark frequentierte Hallenbereiche bei. Auch sind barrierefreie Ruhebereiche mit geeignetem Mobiliar für alle Altersgruppen und Bedürfnisse geplant.

Das vierte Handlungsfeld bezieht sich unter dem Stichwort „Infopaten“ auf das Prinzip, Informationen auf mindestens zwei verschiedene Weisen zur Verfügung zu stellen: Z.B. durch Schrift auf Schildern, aber auch zusätzlich durch prägnante Symbole oder Audioinhalte. So können z.B. Menschen, bei denen ein Sinn eingeschränkt ist, einen zweiten Weg finden, Informationen zu erfassen. Ein Schritt in diese Richtung ist unser neuer Service, den wir blinden und stark sehbehinderten Besuchern auf der Buchmesse anbieten: Gegen einen geringen Unkostenbeitrag werden sie von unserem Personal über die Messe zu ihren gewünschten Ständen und Veranstaltungen begleitet. Im letzten Jahr haben wir diesen Service zum ersten Mal angeboten und positives Feedback erhalten.


Links:
Messe Frankfurt: Begegnungen ohne Barrieren

Vision barrierefreie Buchmesse

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Messekommunikation

Der Messestand als Resonanzraum

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Deshalb gibt es formelle Meetings, Konferenzen oder Jours fixes, in denen manchmal durchaus hart um die Sache gerungen wird. Inspiration und Impulse erreichen uns jedoch oftmals auf ganz anderen Wegen: auf Reisen, im Theater oder in Kunstausstellungen, beim Joggen, bei einem gemeinsamen Essen oder einem Waldspaziergang. Oder wenn der erste Schnee fällt.

Menschen möchten von etwas oder jemandem emotional berührt werden. Das gilt auch für Beziehungen zu Kunden, Geschäftspartnern, Kollegen oder Mitarbeitern. Empathie und Zugewandtheit sind wertvolle Eigenschaften – auch in einer Geschäftswelt, deren Technisierung, Digitalisierung und Verdichtung fortschreitet.

Hier soll keineswegs das düstere Bild einer Welt im Beschleunigungsmodus oder im Steigerungszwang gemalt werden. Dazu sind wir von imb: troschke viel zu sehr in einer positiven Grundhaltung verhaftet. Wir wissen, dass es im Kern immer um den Menschen geht, und um gute Beziehungen. Deshalb reden wir in Ruhe miteinander und nehmen uns Zeit. Denn wir wollen Resonanz erzeugen und auf einer Wellenlänge sein. Es geht darum, einen Resonanzraum zu schaffen, in dem wir kreativ und konzentriert gemeinsam Konzepte und Ideen entwickeln. Ganz individuell. Für Ihren Messeauftritt.

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Messekommunikation

Wo Ideen entstehen

Wir brennen für gute Messearchitektur. Und übertragen diese positive Haltung gerne auf andere. Denn wenn der Funke der Begeisterung überspringt, andere sich von ihm anstecken lassen, können wir gemeinsam wahrhaft Innovatives und Einzigartiges erreichen. In diesem Prozess ist es wichtig, Abwegiges oder Kurioses, Durchgeknalltes oder Wunderliches zuzulassen. Denn nur in Freiräumen entsteht Neues. Das gilt ganz besonders in Zeiten der Digitalisierung.

In Zeiten des Umbruchs und des Wandels braucht es klare Orientierung. Kreative Planung von Messeauftritten und große handwerkliche Kompetenz können durch die Möglichkeiten der Digitalisierung auf eine neue Stufe gehoben werden. Dabei geht es nicht ausschließlich um neue Tools. Wir wollen die entscheidenden Schnittstellen frühzeitig erkennen und besetzen und dadurch unternehmensweite Prozesse in Gang bringen. Künstliche Intelligenz, Big Data und mehr unterstützen dabei einen der Zukunft zugewandten Spirit zu entwickeln. All dies für ein gemeinsames Ziel: Eingefahrene Organisationsstrukturen zu beleben und unbekanntes Neuland zu betreten.

Wir widmen unsere Aufmerksamkeit gezielt der Entwicklung der Messen, des Marktes und der Branche – nicht dem „nächsten heißen Scheiß“. Dieser Fokus auf die Unverwechselbarkeit der Marke zahlt sich für unsere Kunden langfristig aus. Weil wir ihre Bedürfnisse kennen und innovative Lösungsansätze immer mitdenken. Wir planen, bauen und liefern, was unsere Kunden brauchen: Sitzecken für Gespräche mit Standbesuchern und virtuelle Kommunikationsräume. Brennen für Neues heißt auch den Mut aufzubringen vom Standard abzuweichen – wir von imb: troschke sind bereit.

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Inspirationen

Otl Aicher – der Denker am Objekt

Alle reden in diesen Tagen von Walter Gropius, Mies van der Rohe und vom Bauhaus. Nicht nur in Weimar, Dessau und Berlin finden Empfänge, Ausstellungen und Feierstunden statt, werden Bildbände und Bücher vorgestellt oder Reden gehalten. Bei so viel Scheinwerferlicht auf dem hundertsten Geburtstag der Heimstätte der Avantgarde wollen wir den Fokus etwa verschieben.

Statt in die Lobeshymnen einzustimmen, erzählen wir lieber von Otto „Otl“ Aicher. Geboren wurde er drei Jahre nachdem das Bauhaus gegründet wurde. Das Abitur wurde ihm entzogen, weil er sich weigerte, der Hitlerjugend beizutreten. An der Akademie für Bildende Künste in München studierte er bei Anton Hiller. Anschließend führte er ein eigenes Grafikbüro, gründete 1953 die Hochschule für Gestaltung in Ulm und arbeitete dort bis zu deren Schließung 1968 nicht nur als Dozent, sondern auch mehr als zwei Jahre als Rektor. Später zog er nach Rotis im Allgäu und entwickelte eine Schriftenfamlie mit eben diesem Namen, „Rotis“.

Während das Bauhaus die „Änderung der Gesellschaft mit den Mitteln der Kunst“ anstrebte, gestanden Otl Aicher und die meisten seiner Mitstreiter an der HfG Ulm der Kunst keine besondere Rolle zu. Das Produkt sollte seine Form allein aus seinem Zweck heraus erhalten.

Otl Aicher, den Denker am Objekt, wie der Gestalter und Grafik Designer zu Recht genannt wird war ein Guru für Typografie, ein Wegbereiter des Corporate Designs. Für die Olympischen Spiele von München schuf er Gestaltungsrichtlinien, die alles umfassten: von der Uniform bis zum Einlassticket. Er hat das visuelle Erscheinungsbild der Lufthansa entwickelt, das Logo von Braun, Flughafen Frankfurt, Sparkasse, ZDF, Bulthaupt Küchen und der Dresdner Bank geformt (um nur einige zu nennen). Sein Team und er erfanden radikal reduzierte Piktogramme und damit eine Sprache, die von Menschen gleich welcher Nation intuitiv erkannt und verstanden wird.
https://www.piktogramm.de/de/

Bildmaterial:

Aicher, Otl

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Inspirationen

Durch das Chaos zum Glück

Marie Kondo ist die Päpstin des Aufräumens, der Superstar der Ordnung. Sie hat nicht nur Bücher geschrieben, sondern zeigt in einer Realityshow des Streamingdienstes Netflix, wie Aufräumen geht. Die Japanerin hat dabei ihr ganz eigenes System entwickelt, mit dem sie – so jedenfalls ihr Credo – „Menschen glücklich machen will“. Wenn die Ordnungsberaterin ein Haus oder eine Wohnung wieder verlässt, hat jeder Gegenstand, den man behält, seinen Platz gefunden. Alles andere ist im Müll oder in der Altkleidersammlung gelandet. Die neu entstandene äußere Ordnung wirkt wohltuend auf das Wohlbefinden und damit auf das Innere. Sie macht glücklich, schafft Struktur.

Wenn ein Kunde mit einer vagen Vorstellung für seinen Messeauftritt zu uns kommt, wird es bei uns erst einmal unordentlich. Wir sammeln Ideen, Vorschläge und überlegen unstrukturiert, wie sich diese Idee am besten umsetzen ließe. Da darf auch Verrücktes, Neues, Ungewöhnliches einfließen. Alles wird gesammelt. Wie bei Mary Kondo auf einen Haufen geworfen. Dann wird gesichtet, aufgeräumt, sortiert. Aus der Unordnung entwickeln wir eine Leitidee. Mit diesem roten Faden im Sinn und nach seinen Wünschen gestalten wir einen Messeauftritt für unseren Kunden. Unser Credo: „Wir wollen unsere Kunden glücklich machen.“

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Einblicke

Quo vadis 2019?

Nichts bleibt wie es ist. Umbruch allenthalben. Welt und Wirtschaft befinden sich in einer Transformation, die mit anderen tiefgreifenden Umbrüchen in der Geschichte der Menschheit zu vergleichen ist: die Renaissance oder die industrielle Revolution zum Beispiel.

Was im Großen deutlich zu sehen ist, findet sich auch im Kleinen. Die Digitalisierung erobert alle unsere Lebensbereiche, was bedeutet, dass unser Leben in einer digitalen Welt immer mehr zu einem Leben und Arbeiten in einem programmierten Umfeld wird.
Was heißt das für uns und unser Arbeiten? Wie verändern sich Arbeitsprozesse bei uns und unseren Kunden? Wie können Schnittstellen neu definiert und Prozesse effektiver gestaltet werden? Gelingt es uns, mithilfe der Digitalisierung unsere Kunden umfassender zu beraten? Sie erfolgreicher zu machen?

Wir werden neue Dynamik in unsere Prozesse bringen. 2019 wird ein Jahr des Umbruchs. Wie gehen wir als Messebauunternehmen mit der digitalen Transformation um? Wie wird sich Werbung entwickeln und welche Auswirkungen hat das auf unser Unternehmen und unsere Branche?

Andrea Walburg
Geschäftsführung, Marketing & Strategie

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Messen

Heimtextil 2019: Trends in neuem Gewand

Mit einem neuen Konzept und den Top-Themen Architektur und Hotellerie, Nachhaltigkeit und Schlaf geht die Heimtextil in ihre 49. Ausgabe. „Im Zuge des grundlegend überarbeiteten Konzepts haben wir Themen und Produktsegmente noch besser zielgruppenspezifisch zusammengefasst. Besucher profitieren so von neuen Synergien, kürzeren Wegen und zahlreichen Einrichtungsinspirationen“, sagt Detlef Braun.
Neben einer weltweit einzigartigen Designschau mit internationalen Marktführern flankiert ein hochkarätiges Event-Programm mit namhaften Gästen und renommierten Branchenexperten die viertägige Messe.

Das inspirative Herz der Messe bildet der neue Heimtextil „Trend Space“ in der Halle 3.0. Unter dem Titel „Toward Utopia“ liefert er eine Vorschau auf die Designentwicklungen der Saison 2019/20 – konzipiert vom Londoner FranklinTill Studio und inszeniert vom Frankfurter Atelier Markgraph. Im Rahmen der Neukonzeptionierung der Heimtextil rückt die Designschau in unmittelbare Nachbarschaft mit internationalen Textildesignern, CAD/CAM-Anbietern und Digitaldruckmaschinen. Somit führt die Heimtextil die progressiven Themen Trends, Textildesign und Digitaldruck auf einer Hallenebene zusammen und schafft ein Areal voller Inspirationen und Zukunftstechnologien.

Quellenangabe „Messe Frankfurt GmbH / Fotos Pietro Sutera“

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