Archiv der Kategorie: Messen

Messen

Messe 4.0

Die Zukunft ist crossmedial. Das gilt auch für Messen. Waren sie früher in erster Linie Handelsplätze, um Kunden mit Herstellern zusammenzubringen, neue Produkte und Waren vorzustellen, sind sie heute nur ein Baustein in einem vielgestaltigen crossmedialen Mosaik. Kein Wunder also, dass die Aussteller mehr über die Besucher wissen sollten: Wer kommt überhaupt zur Messe? Welchem Verantwortungsbereich eines Unternehmens sind sie zuzuordnen, Marketing, Vertrieb, Einkauf, Geschäftsführung? Was erwarten sie von einer Messe? Mit Hilfe dieser durch gute Recherche erlangten Informationen kann erarbeitet werden, welche Ziele mit einer Messeteilnahme verfolgt werden. Und der Messeauftritt kann optimal auf messbare Ziele hin konzipiert werden.

Besucher möchten auf einer Messe auf angenehme Weise einen umfänglichen, möglichst vollständigen Überblick über ihren Markt erhalten. Eine Messe, die genau dieses Bedürfnis nicht länger erfüllt, ist die IAA. Die ehemals führende europäische Automobilmesse wird für viele Besucher seit Jahren unattraktiver. Immer mehr Autobauer bleiben fern. Damit bildet die IAA das Marktbild nur noch unvollständig ab. Besucher bleiben aus. Ein Teufelskreis. Zu durchbrechen ist er, wenn die Veranstalter rechtzeitig umdenken und sich zeitgemäß definieren. Mit Blick auf die IAA heißt das: Weg von der Konzentration auf den Verbrennungsmotor, hin zum großen Thema „Mobilität der Zukunft“.

Anders als in der guten alten Zeit kommen die Besucher heute gut informiert auf eine Messe. Hier möchten sie ihr Wissen vertiefen, ihre digital gewonnenen Erkenntnisse mit der Realität abgleichen, neue Impulse und den bereits angesprochenen Marktüberblick bekommen. Sie möchten mit kompetenten Ansprechpartnern in den Dialog treten, sinnvolle Begegnungen erleben und dabei ihr eigenes Netzwerk ausbauen. Es geht also um Content UND Networking.

Messeveranstaltern sollten danach streben, all diese Strömungen zu erkennen, die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen in den Fokus nehmen und sich neuen, zukunftsträchtigen Veranstaltungsformen zuwenden. Sie müssen Impulse setzen, Entwicklungen der Branchen antizipieren und diese abbilden. Messegesellschaften und Organisatoren wiederum sollten ihre Prozesse abteilungsübergreifend betrachten. Wo Silodenken, Herrenwissen und Bürokratie, fehlende Eigenverantwortung und mangelnde Entscheidungsfreude und nicht zuletzt Angst vor digitalen Werkzeugen vorherrschen, wird der Fortschritt konterkariert.
Werden die Grenzen zwischen digitaler und dinglicher Welt durchlässig, müssen auch Messen sich weiterentwickeln. Am besten schnell. Veranstalter und Betreiber brauchen frische Ideen und Konzepte, aber vor allem Services, die über die reine Vermietung von Quadratmetern hinausgehen. Sie müssen den Branchen und ihren jeweiligen Zielgruppen gerecht werden. Und dürfen die zunehmende Bedeutung des Digitalen nicht aus den Augen verlieren.

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Im Gespräch: Die Frankfurter Buchmesse wird barrierefrei

Mit 7.500 Ausstellern und jährlich mehr als 285.000 Besucherinnen und Besuchern an fünf Messetagen ist die Frankfurter Buchmesse regelrecht eine kleine Stadt auf Zeit. Messestände, Wege, Stufen, Rolltreppen, Aufzüge, Veranstaltungsräume. 4.000 Events drinnen und draußen. Alles gut geplant und ausgeschildert. Doch auch Gutes kann noch verbessert werden. Bei einem Projekt der Frankfurter Buchmesse in Kooperation mit der Forschungsgruppe Urban Health Games der Technischen Universität Darmstadt wurde in der Zeit von Oktober 2017 bis März 2019 untersucht, wie die Zugänglichkeit der Messe für alle Besucherinnen und Besucher weiter optimiert und damit auch die Aufenthaltsqualität auf der Messe verbessert werden kann. Als Fokusgruppen wurden hier insbesondere Personen mit Mobilitäts- und Seheinschränkungen sowie Familien, die mit ihren Kindern die Buchmesse besuchen, bei sogenannten Interviewspaziergängen über die Messe begleitet. Zudem wurden weitere Erkenntnisse durch Befragungen von Messebesuchern gewonnen. Ideen und Konzepte für die räumliche Ausgestaltung zukünftiger Messen lieferten neben den Vorschlägen der Forschungsgruppe auch Entwürfe von Studierenden der TU Darmstadt.

Wir finden das Projekt ganz ausgezeichnet und wollten mehr darüber erfahren. Also haben wir Gabi Rauch-Kneer, Geschäftsleitung Messemanagement der Frankfurter Buchmesse, dazu befragt.

1. Frau Rauch-Kneer, warum hat die Buchmesse sich des Themas Barrierefreiheit überhaupt angenommen?

Die Frankfurter Buchmesse ist die internationale Leitmesse für Inhalte, für Geschichten, und ein kulturelles Großevent. Der Spagat zwischen Fachmesse und Publikumsevent gelingt immer wieder sehr gut, aber mit der großen Zahl an Messebesuchern werden die beim Publikum besonders beliebten Hallen am Wochenende sehr voll. Selbst für Kulturbegeisterte ohne körperliche Einschränkungen kann es hier herausfordernd sein, zu einer bestimmten Veranstaltung mit dem Lieblingsautor zu kommen. Kaum auszudenken, was dies für Besucherinnen und Besucher bedeutet, die im Rollstuhl unterwegs sind. Für blinde Menschen war die Buchmesse in der Vergangenheit nur schwer zugänglich. Familien mit Kindern – unser Lesenachwuchs –, haben es zudem nicht immer leicht, mit ihren Kinderwagen durch die Gänge zu kommen, viele Besucherinnen und Besucher möchten sich verständlicherweise im Messetrubel auch einmal kurz hinsetzen und ausruhen. Uns ist es wichtig, die Buchmesse möglichst barrierearm zu gestalten, um allen Kulturbegeisterten die Möglichkeit zu geben, die Buchmesse zu besuchen und den Aufenthalt dort zu genießen; deshalb sind wir dieses Thema angegangen.

2. Im vergangenen Jahr hat die Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit der Forschungsgruppe der TU Darmstadt einen Stand präsentiert, an dem die bisherigen Ergebnisse des Projekts vorgestellt wurden. Der Stand war natürlich barrierefrei, dazu gehörte ein ebenfalls barrierefreies Café mit niedriger Theke, unterfahrbaren Tischen, Stellplätzen für Kinderwagen. Vor Ort stand ein Rollstuhl, mit dessen Hilfe Besucherinnen und Besucher sich in die Situation eines Rollstuhlfahrers während eines Messebesuchs versetzen konnten. Auch gab es ein Tastmodell, das aufzeigte, wie eine blinde Person sich auf dem Messegelände zurechtfindet. Welche Erkenntnisse konnten Sie gewinnen?

Zunächst einmal waren wir alle sehr positiv überrascht, wie viele Besucherinnen und Besucher sich die Zeit genommen haben, den Stand zu erkunden und an der dort durchgeführten Umfrage teilzunehmen. Das zeigt sehr gut, wie wichtig das Thema ist, und hat uns darin bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Die Auswertung der rund 500 Fragebögen ergab, dass vor allem die großzügige Gestaltung der Bewegungsflächen am Stand, die an die DIN-Norm für Rollstuhlfahrer angepasst und durch flexibles Mobiliar verstärkt wurde, als sehr angenehm empfunden wurde: Rund 85 % der befragten Besucherinnen und Besucher bewerteten die Bewegungsfläche als gut oder sehr gut. Aber auch weitere Faktoren wie Zugänglichkeit des Cafés und Lesbarkeit der Inhalte wurden von mehr als 50 % der Befragten positiv bewertet. Bezüglich Lesbarkeit kamen einige mittelmäßige Bewertungen hinzu, weil die Schriftgröße nur für die Überschriften so gewählt wurde, dass diese auch vom Gang aus lesbar waren. Fließtexte waren entsprechend kleiner, was vor allem von Eltern mit Kinderwägen bemängelt wurde, die sich gern schon vom Gang aus genauer informiert hätten. Die Berücksichtigung von unterschiedlichen Augen- und Greifhöhen aller Besucherinnen und Besucher bei der Präsentation von Informationen war zudem sehr erfolgreich.

Zusätzlich haben wir in der Umgebung des Standes mit den Gangbreiten zwischen den Messeständen experimentiert und auch hierzu unsere Besucherinnen und Besucher befragt. Die Mehrheit empfand einen fünf Meter breiten Gang am angenehmsten – und das nicht nur am publikumsstarken Wochenende. Als ich selbst an den Stand kam habe ich auch sofort die Offenheit, die angenehme Zurückhaltung der Farbgebung und das Raumgefühl gespürt und dachte spontan: „Hier steht der Mensch im Mittelpunkt!“ Inmitten des Messetrubels einen Ort zu finden, der dazu einlädt, die Inhalte des Standes in Ruhe aufzunehmen und in ein intensives Gespräch zu gehen, war einfach schön und sehr ermutigend für unsere weitere Arbeit an dem Projekt.


3. Wie geht die Frankfurter Buchmesse, wie gehen Sie mit den Ergebnissen und Erkenntnissen des Forschungsprojekts um? Welche Maßnahmen werden umgesetzt?

Uns ist bewusst, dass wir uns auf einen längeren Weg gemacht haben, um die Frankfurter Buchmesse möglichst barrierearm zu gestalten. Das Forschungsprojekt mit der TU Darmstadt stellt hier nur eine Station dar. Wir hoffen, dass wir von Jahr zu Jahr mehr und mehr Maßnahmen umsetzen können, um die Aufenthalts- und Begegnungsqualität auf der Messe für unsere Besucher weiter zu steigern. Uns ist zudem wichtig, die gewonnenen Erkenntnisse auch mit der Messe Frankfurt und unseren Ausstellern zu teilen. Oft sind es einfach und kostengünstig umzusetzende Maßnahmen, wie z.B. die erwähnte Schriftgröße, die den Aufenthalt auf dem Messegelände und am Messestand für die Besucher gleich viel angenehmer gestalten.
Ganz konkret hat die Forschungsgruppe der TU vier Handlungsfelder ausgemacht, die unabhängig voneinander bearbeitet werden können und an denen wir uns orientieren.

Das erste Handlungsfeld bezieht sich auf eine direkte Wegeführung zwischen den Hallen, die sich bisher auf eine Durchgangsebene – die sogenannte Via – konzentriert hat. Tatsächlich finden im Rahmen der Buchmesse aber viele Veranstaltungen auf der Freifläche in der Mitte der Hallen, der Agora, statt. Von diesem zentralen Ort aus kann sich der Besucher bestens über eine zusätzliche Wegeführung auf der ebenerdigen 0-Ebene orientieren. Daher haben wir im letzten Jahr einen neuen Durchgang geschaffen, der ebenerdig vom Eingang City zur Agora führt, so dass unsere Besucherinnen und Besucher auf kürzestem Wege in alle Hallen finden.

Das zweite Handlungsfeld „Leitsystem 2.0“ sind wir ebenfalls schon angegangen. Auch hier ist geplant, stetig Verbesserungen umzusetzen: Bereits auf der Buchmesse 2018 haben wir Schilder und Pläne auf dem Messegelände übersichtlicher gestaltet, indem wir Doppelungen entfernt sowie Information hierarchisiert und dem jeweiligen Standort entsprechend reduziert haben. So konnte auch die Schrift auf den Schildern vergrößert und damit die Lesbarkeit verbessert werden. Mit unserem Website-Relaunch im letzten Jahr haben wir die Informationen, die wir online unseren Besuchern zur Verfügung stellen, deutlich übersichtlicher und barrierearmer gestaltet. Einige Seiten und Formulare haben wir hierfür von der Deutschen Blindenstudienanstalt (blista) auf Barrierefreiheit testen lassen.

Durch den Umbau auf dem Messegelände werden 2020 viele Ausstellerstände in neue Hallenbereiche umziehen. Dies gibt uns die Chance, tiefer in Hallenlayouts einzugreifen als das in gewachsenen Strukturen bisher möglich war, um dabei das Handlungsfeld „Raumkompetenz“ in die neuen Planungen einzubeziehen. In diesem Rahmen werden alle Hallenebenen mit einem großzügigen Eingangsbereich ausgestattet, damit ankommende Besucher sich zunächst orientieren können. Durch einen umlaufenden Gang, der zusätzlich durch einen roten Teppich gekennzeichnet sein wird, verteilt sich der Besucherstrom gleich weiter in die Tiefe der Hallen. Zu einer besseren Verteilung der Besucherströme tragen auch breitere, vertikale Gänge für besonders stark frequentierte Hallenbereiche bei. Auch sind barrierefreie Ruhebereiche mit geeignetem Mobiliar für alle Altersgruppen und Bedürfnisse geplant.

Das vierte Handlungsfeld bezieht sich unter dem Stichwort „Infopaten“ auf das Prinzip, Informationen auf mindestens zwei verschiedene Weisen zur Verfügung zu stellen: Z.B. durch Schrift auf Schildern, aber auch zusätzlich durch prägnante Symbole oder Audioinhalte. So können z.B. Menschen, bei denen ein Sinn eingeschränkt ist, einen zweiten Weg finden, Informationen zu erfassen. Ein Schritt in diese Richtung ist unser neuer Service, den wir blinden und stark sehbehinderten Besuchern auf der Buchmesse anbieten: Gegen einen geringen Unkostenbeitrag werden sie von unserem Personal über die Messe zu ihren gewünschten Ständen und Veranstaltungen begleitet. Im letzten Jahr haben wir diesen Service zum ersten Mal angeboten und positives Feedback erhalten.


Links:
Messe Frankfurt: Begegnungen ohne Barrieren

Vision barrierefreie Buchmesse

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Heimtextil 2019: Trends in neuem Gewand

Mit einem neuen Konzept und den Top-Themen Architektur und Hotellerie, Nachhaltigkeit und Schlaf geht die Heimtextil in ihre 49. Ausgabe. „Im Zuge des grundlegend überarbeiteten Konzepts haben wir Themen und Produktsegmente noch besser zielgruppenspezifisch zusammengefasst. Besucher profitieren so von neuen Synergien, kürzeren Wegen und zahlreichen Einrichtungsinspirationen“, sagt Detlef Braun.
Neben einer weltweit einzigartigen Designschau mit internationalen Marktführern flankiert ein hochkarätiges Event-Programm mit namhaften Gästen und renommierten Branchenexperten die viertägige Messe.

Das inspirative Herz der Messe bildet der neue Heimtextil „Trend Space“ in der Halle 3.0. Unter dem Titel „Toward Utopia“ liefert er eine Vorschau auf die Designentwicklungen der Saison 2019/20 – konzipiert vom Londoner FranklinTill Studio und inszeniert vom Frankfurter Atelier Markgraph. Im Rahmen der Neukonzeptionierung der Heimtextil rückt die Designschau in unmittelbare Nachbarschaft mit internationalen Textildesignern, CAD/CAM-Anbietern und Digitaldruckmaschinen. Somit führt die Heimtextil die progressiven Themen Trends, Textildesign und Digitaldruck auf einer Hallenebene zusammen und schafft ein Areal voller Inspirationen und Zukunftstechnologien.

Quellenangabe „Messe Frankfurt GmbH / Fotos Pietro Sutera“

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Die neue CEBIT: Ein Konzept mit Zukunftspotential?

Erstmals nach einigen Jahren rückläufiger Zahlen wurde das Konzept der einst weltweit größten Computermesse komplett umgekrempelt und zum Teil in eine Art Festival verwandelt. Davon wollten wir uns natürlich persönlich überzeugen und ich – die duale Studentin von imb: troschke – habe mich auf den Weg nach Hannover gemacht.

Ich begann meinen Rundgang in der Halle, wo es um die Future Mobility ging. Als erstes fiel mir direkt auf, dass die Hallenfläche nicht komplett, sondern lediglich im vorderen Teilbereich genutzt wurde. Neben Volkswagen fehlte es an weiteren namhaften Automobilherstellern. Für diese Branche scheint die CEBIT keine Plattform mit Potential zu sein. Auch andere große Unternehmen der IT-Branche waren dieses Jahr nicht vertreten – aber wer weiß, was die Zukunft bringt?

Als ich weiter durch die Messehallen lief, begegneten mir diverse Lösungen für digitale Prozesse, Vereinfachungen für die verschiedensten Bereiche und der ständige Begleiter waren Worte wie Digitalisierung, Innovation und Zukunft.
Nicht nur die CEBIT hat ihr Konzept grundlegend überarbeitet, auch das Unternehmen DATEV veränderte seinen Messe-Auftritt. Bei dem Rundgang durch die Messehallen ist mir dieser Stand besonders aufgefallen. Kaufmännische Prozesse wurden hier mit einem digitalen interaktiven Erlebnisparcours abgebildet und erlebbar gemacht. Sehr ansprechend mit kleinen Häuschen umgesetzt – so machen Messestände Spaß.

Das vorher angepriesene Highlight habe ich mir für den Schluss aufgespart. Auf einer Freifläche zwischen den Messehallen bot die CEBIT erstmals die Möglichkeit für Konzerte, Veranstaltungen sowie Präsentationen. Bei Intel konnte auf einer künstlichen Welle gesurft werden – nass wurde man allerdings trotzdem, wenn man das Board nicht beherrschen konnte. IBM nahm das „Kommunizieren in der Cloud“ direkt wörtlich und es fanden in luftiger Höhe Gespräche statt. Auch bei dem Software-Konzern SAP ging es hoch hinaus – hier allerdings in der Gondel eines Riesenrads, welche meiner Meinung nach noch stärker für die Marke SAP und deren Portfolio hätte genutzt werden können. Von dort aus hatte man einen hervorragenden Blick auf das ganze Messegelände und darüber hinaus. Auch die langen Schlangen vor den Foodtrucks waren von dort aus gut zu beobachten.

Mein Fazit: Einige Unternehmen haben sich dem neuen Konzept bereits angeschlossen und neue Wege eingeschlagen. Die CEBIT zu einem Festival zu machen und das Erlebnis in den Vordergrund zu stellen, gelingt zumindest schon teilweise. Ich denke, das ganze Konzept hat Zukunftspotential, wenn noch mehr Unternehmen diesen Schritt wagen und die Idee der Neuausrichtung der CEBIT weiterentwickelt wird.

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imm cologne 2018

Nicht mehr im Fokus wie im vergangenen Jahr und doch nicht weniger präsent: Green Living wird wohl so schnell nicht aus der Mode kommen. Nicht verspielt und verliebt bis ins kleinste Detail, sondern groß und unübersehbar ist sie; die Begrünung unseres Wohnraums.
Es ist und bleibt ein Grundbedürfnis, der Natur nah zu sein. Eine Faszination, die wohl zum Menschsein dazu gehört. Um dem hektischen Arbeitsalltag zu entkommen sucht man die Erholung in der Natur. Und wenn wir keine Zeit haben dem Alltag zu entkommen, dann kommt die Natur einfach zu uns ins Haus. Doch nicht nur in naturalistischer Form, sondern auch an Wänden, auf dem Boden oder direkt als Möbelstoff: in großformatigen Drucken ist die Natur groß in Mode.

Unterstützt wird das Bedürfnis zur Ruhe zu kommen durch sanfte, gedeckte Farben. Diese sind überall auf der Messe zu finden. Warme und dunkle Farbtöne, nicht zuletzt inspiriert von der Malerei, lassen die Räume gemütlich wirken. Kombiniert werden häufig Schwarz und dunkles Braun mit Farbtönen wie Petrol, Aubergine oder Puderrosa. Bunte, grelle Farbkombinationen sind passé. Monochrom ist das neue bunt. Durch die Komposition von Möbeln, Wandfarbe und Dekoration in einem einheitlichen Farbspektrum haben wir die Möglichkeit Farbe in unsere Wohnungen zu holen ohne bunt zu sein. Schwere, weiche Stoffe wie beispielsweise Samt unterstützen das Bedürfnis nach Ruhe und Geborgenheit.
In diesem Jahr ebenfalls nicht wegzudenken sind geflochtene Möbel jeglicher Art. Hauptsächlich in Sitzmöbeln zu finden, feiert diese traditionelle Handwerkskunst ihr Comeback mal klassisch und schlicht, mal bunt und modern.

Die künstlerischen Sonderflächen mit themenbezogenen Installationen einiger dazu geladener Aussteller gab es zwischen den Gängen ebenfalls wieder zu bestaunen. So vielfältig und abwechslungsreich, konnten sie doch nicht immer vom rahmengebenden Netz ablenken, das im Vergleich doch recht lieblos montiert schien.

Auffällig oft finden sich Lamellen in der Standgestaltung wieder. Unterschiedlich interpretiert und inszeniert, sind sie schmal oder breit, dicht oder locker in einer Vielzahl der Stände zu sehen. Ob dies nun auch zu einem Trend für unseren Wohnraum führen wird? Lassen wir uns überraschen.
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Texworld Paris: Denim als Lebensgefühl

Denim ist nicht nur ein Stoff, Denim ist ein Lebensgefühl. Das robuste Gewebe liegt seit Jahren im Trend. Für die kommende Saison kristallisieren sich schon jetzt einige Neuheiten heraus, die sich von den 70er, 80er und 90er Jahre inspirieren lassen. Dabei wird einmal Dagewesenes nicht einfach repliziert, sondern es wird in unsere moderne Zeit übersetzt.

„School Indie“ kombiniert 90er Silhouetten mit Looks, die an Sportswear erinnern. Patches spielen eine große Rolle und vermitteln den Eindruck von Handarbeit und Selbstgemachtem. Der Look mit den vielsagenden Namen „Blue Collar Basics“ folgt der Idee von Jeans als funktionaler Arbeitskleidung. Dieser Trend ist von klaren Linien geprägt, will einfach und simpel sein. Er kommt ohne Chichi aus. Ein Hauch von Activewear ist gewünscht. Eine Vision der Nachhaltigkeit wird kultiviert. „Post Denim“ wiederum erweitert den blauen Jeansstoff um neue Textilien und Accessoires sowie technische Details. Denim wird aus der Werkstatt geholt und auf den Laufsteg gehoben. Ästhetisch und im Detail verspielt kommen die Kreationen daher und bleiben zugleich funktional. Ein vierter Trend, „Beatnik Bohemian“, verbindet ganz unterschiedliche kulturelle Einflüsse und ist damit der interessanteste von allen hier angesprochenen Modeströmungen. Da werden zum Beispiel Jeansjacken mit Kimonoärmeln oder Rodeo-Einflüssen präsentiert. Eine Bloggerin beschreibt den Trend so: „Retro-Vintage trifft auf Bohemian Fashion“.

Ja, Denim boomt. Aus diesem Grund hat die Messe Frankfurt France dem Trendstoff seit Jahren auf der zweimal im Jahr stattfindenden „Texworld Paris“ einen eigenen Bereich gewidmet. Das Besondere: Für die Messestände wurden in diesem Jahr ein innovatives Design und neue Farben verwendet. Die Designer des neuen Areals sind 2G2L Paris. Wir von imb: troschke haben es im Auftrag von Fairconstruction weiterentwickelt und aufgebaut.

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Markeninszenierungen – Rock ‘n‘ Roll oder Klassik?

Ganz gleich ob Theater, Musical oder Oper: Der Regisseur ist der künstlerische Leiter einer Produktion. Bei ihm laufen die Fäden zusammen. Er bearbeitet die Vorlage dramaturgisch und entwickelt seine Interpretation des Werkes. Bei den Proben setzt er diese Interpretation um. In enger Zusammenarbeit mit den Darstellern, der Technik, Bühnen- und Kostümbildnern sowie dem gesamten Produktionsteam. Am Ende dieses gemeinsamen gestalterischen Prozesses steht die Premiere. Der Vorhang hebt sich, die Darsteller betreten die Bühne, das Spiel kann beginnen.

Lehnen Sie sich zurück. Für Ihre Messe übernehmen wir Regie, Bühne und Kostüme.

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Barrierefreiheit: Messen ohne Hindernisse

Barrierefreiheit ist kein Randthema. Menschen mit Behinderung fordern zu Recht gesellschaftliche Teilhabe. Und die beginnt mit Rampen, Fahrstühlen, breiten Zu- oder Durchgängen, automatisch öffnenden Türen sowie rollstuhlgerechten Toiletten. Auch in der Messebranche wird dem Thema inzwischen Raum zugestanden. Messeveranstalter, die Barrierefreiheit anstreben, müssen dabei bisher selbstverständliche Standards ändern. Das Gleiche gilt für Messearchitekten, die barrierefreie Messeauftritte gestalten möchten. Es reicht nicht aus, wenn sich Rollstuhlfahrer ungehindert in Hallen oder an Ständen bewegen können. Für Besucher mit Hörgeräten, die von der Lautstärke und dem Stimmengewirr überfordert sind, kann eine angepasste Beschallung hilfreich ist. Menschen mit Sehbehinderungen können durch ein klar strukturiertes Leitsystem bei der Orientierung unterstützt werden. Bei Diskussions- und Vortragsveranstaltungen sollten die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigt werden. Video- und Bewegtbild-Präsentationen lassen sich um Gebärdensprache oder Untertitel erweitern und veränderbare Schriftgrößen bei digitalen Texten erleichtern das Lesen.

Maßnahmen, die Barrierefreiheit auf Messen ermöglichen, sollten von Anfang an von allen Teilnehmern auf allen Ebenen angesprochen werden. Vielfach geht es um Veranstaltungstechnik, die der Veranstalter bereitstellen muss. Mit wohldurchdachten Anmeldetools lassen sich die speziellen Bedürfnisse der Besucher abfragen. Mindestens ebenso wichtig ist es, dass Messebauunternehmen und Agenturen den Dialog mit ihren Kunden suchen und diese frühzeitig für das Thema sensibilisieren.

Von einer barrierefreien Veranstaltung profitieren nicht nur Besucher mit Behinderung, sondern alle Messeteilnehmer. Ältere Menschen, die – auch ohne behindert zu sein – in ihrer Beweglichkeit, ihrem Seh-, Hör- oder Wahrnehmungsvermögen eingeschränkt sind. Messebesucher mit Gipsverband und Krücken. Eltern, die eine Messe mit einem Kinderwagen besuchen. Sie alle können vor ähnlichen Hindernissen stehen wie ein Rollstuhlfahrer, ein Kleinwüchsiger oder ein Sehbehinderter. Nicht zuletzt lässt sich eine barrierefrei gestaltete Messe gut nach innen und außen kommunizieren – und vermarkten.

Lektüretipp: In ihrem Blog „Stufenlos“ hat die behinderte Autorin Christiane Link mehr als 200 Beiträge veröffentlicht, um auf die Bedürfnisse von behinderten Menschen aufmerksam zu machen und um mögliche Lösungen für Defizite aufzuzeigen.

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IMEX: Eine Reise um die Welt auf circa 30.000 m²

(alh) Auf der IMEX in Frankfurt werden im Mai intensive Gespräche geführt und wichtige Geschäftskontakte geknüpft. Das haben wir sofort gemerkt, als wir dort in der vergangenen Woche unterwegs waren.

Auf der internationalen Fachmesse für Meetings, Incentives, Tagungen und Events präsentierten sich über 3.500 nationale und internationale Hotels, Kongresszentren, Destinationen, Veranstaltungsagenturen und weitere Dienstleister aus der Meeting- und Incentivebranche. Die Messe richtet sich vor allem an Veranstaltungsplaner aus Agenturen, Firmenplaner, Business Travel Manager und Marketing-Profis.

Es wurden aufgrund des optimierten Terminvereinbarungssystems zahlreiche Gesprächstermine bereits im Vorfeld zwischen den Einkäufern und Ausstellern vereinbart. Im vergangenen Jahr wurde auf Seiten der IMEX der Fokus auf die Erstellung von kurzen Profilen der Aussteller gelegt, damit die Messebesucher bereits vorher noch besser Kontakt aufnehmen konnten.

Unterwegs in den Gängen der Messehalle 8 fühlten wir uns wie auf einer kleinen Weltreise. Vom tropischen Regenwald Costa Ricas, über japanische Origami-Kunst, bis hin zur afrikanischen Wildnis. Ein schneller Zwischenstopp in Seoul, wo wir ein kurzes Gespräch mit einer Einheimischen führten. Wir teilten ihr mit, wie begeistert wir von ihrer Heimatstadt sind (wir berichteten im Februar). Dann ging es zurück nach Europa. Ein kurzer Abstecher ins grüne Irland und noch ein schnelles Selfie mit einem nackten Norweger – allerdings war der nur auf der Rückwand des Messestandes abgedruckt.

Dann trafen wir noch auf alte Bekannte, die uns auf sehr lustige Art und Weise in die Kunst des Zauberns einführten. Wie gewohnt, sehr unterhaltend. Unser Besuch auf der diesjährigen IMEX war zwar leider nur ein kurzer, dafür aber umso inspirierender. Eine sehr intensive, kompakte und bunte Messe. Eine Welt auf kleinem Raum, die friedlich miteinander umgeht.

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Hannover Messe: Wer baut in Zukunft unsere Autos?

Einer meiner ersten Messebesuche und dann direkt die Weltleitmesse der Industrie – die Hannover Messe. Mein Name ist Anna-Lena Heukrodt und ich bin seit Oktober letzten Jahres duale Studentin bei imb: troschke und war mit einer unserer Architektinnen auf der Hannover Messe. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Erstmal orientieren. In welcher Halle befinde ich mich und wo muss ich hin, um meine Kollegin zu finden?

Alle Hallen des weltweit größten Messegeländes waren mit Ausstellern belegt. Es gab nochmal separate Leitmessen, wie z.B. die ComVac oder die Digital Factory und riesige Messestände von Weltkonzernen aus den unterschiedlichsten Branchen.

Von der einzelnen Roboterhand bis zu den mächtigsten Roboterarmen weltweit, die problemlos Autos oder riesige LED-Leinwände in jegliche Richtung bewegen können – auf der Hannover Messe war alles vertreten, was die Arbeit erleichtern soll. Es wurden viele Assistenzsysteme vorgestellt, die Menschen bei der Arbeit unterstützen sollen. Sei es in der Automobilindustrie oder Lagerlogistik. Vor allem das Schwenken von Autos und diversen anderen Gegenständen war bei vielen Herstellern besonders beliebt. Das Unternehmen HIWIN hat sich dafür entschieden, Laserschwerter wie bei Star Wars von Roboterarmen schwingen lassen.

Digitalisierung, Industrie 4.0, Innovation und Wachstum waren Schlagworte der Hannover Messe 2017 – vor allem der Begriff „Industrie 4.0“ ist mir häufig ins Auge gesprungen. Und ständig begegneten wir Menschen mit AR- oder VR-Brillen, die wirr in der Luft gestikulieren und ihre Umwelt scheinbar gar nicht mehr wahrgenommen haben.

Die Frage, die sich mir nach der Messe stellt: Wie entwickelt sich das Arbeitsleben in den nächsten Jahren? Gibt es bald auch Roboter, die für ihre Studenten lernen?

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